Gifhorn, 18. April 2026 – Mit einer spürbaren Mischung aus Dankbarkeit, Wehmut und Zuversicht fand die letzte Landesverbandstagung des BEFG-Landesverbandes NOSA in Gifhorn statt. Nach 35 Jahren geht der Verband in eine neue Struktur über: Künftig wird die Arbeit in vier Regionen organisiert.
Schon die humorvolle Begrüßung durch Landesverbandsleiter Jürgen Tischler und seinen Stellvertreter Stefan Voges ließ erkennen: Diese Tagung steht im Spannungsfeld von Abschied und Aufbruch – wobei der Blick nach vorn im Laufe des Tages zunehmend an Gewicht gewann.
„Der Dienst am Kind ist Gottesdienst“
Im geistlichen Impuls setzte Lea Herbert, Leiterin des Dienstbereichs Kinder und Jugend im BEFG, einen klaren theologischen Akzent. Ausgehend von Matthäus 18 und Markus 10 erinnerte sie daran, dass Kinder nicht nur Teil der Gemeinde sind, sondern in besonderer Weise im Zentrum von Jesu Aufmerksamkeit stehen.
Ihre zugespitzte Aussage:
„Der Dienst am Kind ist Gottesdienst.“
Damit verband sie eine konkrete Herausforderung: Gemeinden sind eingeladen, eine echte „Komm-Kultur“ für Kinder zu entwickeln. Es geht darum, Räume zu schaffen, in denen junge Menschen nicht nur teilnehmen, sondern mitreden, mitgestalten und Verantwortung übernehmen können.
Beteiligung junger Menschen stärken
Unter dem Tagungsthema
„Mitreden – mitmachen – mitgestalten. Die Stärkung der Gemeinde durch die Beteiligung junger Menschen“
wurde intensiv darüber nachgedacht, wie Beteiligung praktisch gelingen kann.
Im Fokus standen Fragen wie:
• Was macht Mitarbeit für junge Menschen attraktiv?
• Wie kann ein lebendiger Austausch zwischen Regionalteams und künftigen „Jungen Parlamenten“ entstehen?
Deutlich wurde: Es braucht Formate echter Beteiligung – nicht nur Anhörung, sondern Mitgestaltung auf Augenhöhe. Unterstützung soll dabei das in Vorbereitung befindliche Handbuch „Junge Stimmen stärken“ bieten.
Ein konkreter Ausblick kam von Benedikt Elsner, Regionenkoordinator Nord: Für den 3. Oktober 2026 ist das „NOSIVAL“ geplant – möglicherweise als gemeinsamer Auftakt für die Jungen Parlamente in Hannover und Braunschweig.
Arbeit in neuen Regionen
Ein besonderer Teil der Tagung war dem Kennenlernen der neuen Regionen gewidmet. In Arbeitsgruppen tauschten sich die Teilnehmenden über Erfahrungen, Chancen und Herausforderungen bei der Beteiligung junger Menschen aus.
In den formalen Sitzungsteilen (mit 93 Abgeordneten und 11 Gästen) wurden zahlreiche Beschlüsse – überwiegend einstimmig – gefasst. So wurde unter anderem die Gemeinde Wunstorf als eigenständige Gemeinde bestätigt.
Die Baukollekte 2026 kommt der Gemeinde Wernigerode zugute, die für die Sanierung des Daches ihres Gemeindezentrums „Arche“ vor großen Herausforderungen steht.
Erfreuliche Personalnachrichten konnte Olaf Mohring weitergeben: Mehrere pastorale Stellen wurden neu besetzt. Zudem verstärken Susanne Schulz (Landesverband) und Noah Rosiak (GJW) künftig die Arbeit in Verwaltung und Organisation.
Dank und Abschied
Im abschließenden Teil der Tagung wurde deutlich, wie sehr die gemeinsame Geschichte des Landesverbandes geprägt hat. Ein herzlicher Dank ging an die gastgebende Gemeinde Gifhorn sowie an alle Mitarbeitenden und Verantwortlichen.
Mit bewegenden Worten verabschiedeten Jürgen Tischler und Stefan Voges die Versammlung aus der bisherigen Struktur. Stefan Voges brachte es auf den Punkt:
„Wir sind Teil dieses Moments.“
Jürgen Tischler nahm die ambivalenten Gefühle auf – Freude über das Erreichte und Fragen mit Blick auf die Zukunft. Seine Ermutigung:
„Wir gehen weiter.“
In Anlehnung an 1. Korinther 3 betonte er: Gott selbst ist es, der Wachstum schenkt – das entlastet und eröffnet zugleich Raum zur aktiven Mitgestaltung.
Segen für den Neubeginn
Die neu gebildeten Regionalteams wurden unter Gebet und Segen in ihren Dienst gesandt. Ein kleines, aber sprechendes Zeichen zum Abschluss: Alle Teilnehmenden erhielten Gartenhandschuhe und Samen – als Symbol für das, was wächst und Gestalt gewinnt.
So endete die letzte Landesverbandstagung mit einem klaren Ausblick:
„Danke NOSA – auf in die Regionen!“
Bericht: Simona Maibaum
Fotos: Johannes Eichstädt

