Familie KuhlmannFamilie Kuhlmann, Foto: Wolfgang Grieser, Halle10.06.2020/JT Halle: Pastorenabschied unter Corona-Bedingungen. Pastor Axel Kuhlmann zieht mit seiner Familie nach 10 Jahren weiter nach Lüneburg.

„Wie drückt man Dankbarkeit auch unter Corona-Bedingungen aus?“, so fragte Pastor Jürgen Tischler in seinem Grußwort des Landesverbands NOSA. Der Gemeinde Halle ist das gelungen! Dankbar haben sie am Sonntag Manuela und Axel Kuhlmann mit ihrem Sohn Bruno verabschiedet. Viele Stühle waren markiert mit „Ich bin kein Sitzplatz“, aber alle anderen waren besetzt. So konnte dennoch Abschied genommen und gewürdigt werden, was Axel Kuhlmann in zehn Jahren „als Persönlichkeit und als Pastor bewirkt“ hat.


Dazu durfte auch gesungen werden – allerdings nur vom Chor mit reduzierter Besetzung oder von Solisten.
Kollegin Brigitte Neumeister aus Wittenberg predigte lebendig über Berufung. Sie reflektierte die pastorale Berufung an Hand von biblischen Persönlichkeiten und ihren persönlichen Erfahrungen von der Justizmitarbeiterin über die Buchhändlerin hin zur Gemeindereferentin. Die Berufung von Mose verlief über viele Hindernisse, hatte Grenzen und große Schwächen. Trotzdem durfte er sich ein „Freund Gottes“ nennen. Gottes „Erfolgszusage“ an Josua ist gebunden an seine Lebensausrichtung und bei Jesajas Berufungserfahrungen „stockt einem der Atem“. Die Predigerin trug diese Erfahrung auch in einem frischen, rythmischen Lied vor: „Und der Himmel öffnet sich über mir und du Heiliger Geist sprichst zu mir.“
Kuhlmanns ziehen von einer „Salzstadt“ in die nächste, nach Lüneburg. Das stellte Ingo Kautz in seiner „Hallorentracht“ (Foto) heraus. Als Halloren werden seit dem Spätmittelalter die Salinenarbeiter in Halle an der Saale bezeichnet. „Hallorenkugeln“ werden in der ältesten heute noch produzierenden Schokoladenfabrik Deutschlands in Halle hergestellt.
Große Dankbarkeit für den Dienst von Pastor Kuhlmann drückten die Grußworte der Evangelischen Allianz, der Regionalleitung Sachsen-Anhalt und vom Kollegen und Freund Andre Krause aus Leipzig aus. Wichtige Stationen fasste die Gemeinde in einem Fotoalbum zusammen, so das 150-jährige Jubiläum, Glaubenskurse, Taufen und das Engagement in der Integration von Flüchtlingen und Migranten.
Schließlich zieht Familie Kuhlmann nicht nur von einer Salzstadt zur nächsten, sondern auch von einer „Friedenskirche“ zur nächsten. Das betonten die Vertreter aus Lüneburg, dem zukünftigen Wirkungsort und sie luden die Hallenser herzlich zum Besuch ein. Mit Segensgebeten großer innerer Nähe trotz äußerlicher Distanz wurde der Gottesdienst von der Gemeinde abgeschlossen.
Trotz Abstand und Masken konnten gelungen Nähe, Dankbarkeit und Wertschätzung ausgedrückt werden.
Bericht Jürgen Tischler
Fotos: Wolfgang Grieser, Halle