03.11.2020/AB Ordination an einem ungewöhnlichen Ort mitten in Braunschweig. Pastor Alexander von Krosig wird auf dem Soldekk für die Stadt gesegnet.

Bendorf OrdinationsAlexDr. Michael Bendorf auf dem Soldekk; Foto: FriedenskircheSoldekk? Der erste Gedanke: „Das muss irgendwie mit dem Deck eines Schiffes oder Bootes zu tun haben und mit Sonne vielleicht auch?“ In der Tat – der Ort mutet ein wenig Sonnendeck-Feeling an, besonders an diesem von Sonnenlicht durchfluteten Vormittag am 20. September 2020. Auf der Dachterrasse, wo sich das Soldekk in Braunschweig befindet, treffen nach und nach Besucher ein - alle mit Nase-Mund-Schutz, wie es durch die COVID19-Situation für uns alle schon zum gewohnten Bild geworden ist. Etwa 350 Gäste werden erwartet.

Die Besucher lassen sich ihren reservierten Platz in den vielen Nischen zuweisen. In manchen Ecken gibt es gepolsterte Sitzgelegenheiten, in den Sandbecken genießen einige die Sonnenstrahlen in den Liegestühlen sitzend, andere auf Barhockern an Bistrotischen. Große Schirme spenden Schatten und Pflanzen in den rundherum aufgestellten Hochbeeten machen hier das Verweilen angenehm. An den Plätzen werden Bestellungen aufgenommen und viele schlürfen bereits an einem servierten leckeren hausgemachten Getränk und lassen dabei den Blick über den Dächern Braunschweigs schweifen. Ab und zu ragt in diesem Panoramabild ein Kirchturm auf. Davon gibt es mehrere, verteilt in der Stadt. Einer Stadt, für die das Herz des jungen Pastors, der heute seine Ordination feiert, schlägt. Für Alexander von Krosigk, Familienvater und Pastor für Gemeindegründung der Braunschweiger Friedenskirche ist die Ordination ein bedeutender Meilenstein im Leben als Pastor. Sein Wunsch war, dass dieses Ereignis nicht hinter verschlossenen Türen einer Kirche, „auf einem heiligen Berg“ stattfinden sollte, sondern nahe zu den Menschen seiner Stadt, mitten drin. Dieser Wunsch sollte auf dem Soldekk Wirklichkeit werden.
Die Gespräche und Gedanken werden unterbrochen – der Gesang der Liveband lenkt die Aufmerksamkeit auf den Anlass der Veranstaltung und die Klänge der Anbetung können bei diesem Open-Air-Gottesdienst direkt in den Himmel steigen. Dr. Michael Bendorf, Pastor der Braunschweiger Friedenskirche, wählt für diesen Ordinationsgottesdienst den Leitvers aus Jeremia 27,7: „Bemüht euch um das Wohl der Stadt …“ und gibt seiner Predigt die Überschrift „Ein Geschenk für die Stadt“.
Der Grund dafür ist naheliegend. Alexander von Krosigk, oder einfach nur Alex, ist mit seiner Familie und einem engagierten Team schon seit 2014 dabei, in die Stadt hineinzuwirken, den Puls der Menschen aufzuspüren und ihnen Räume und Möglichkeiten zu schaffen, wo sie ihre eigene Erfahrungen mit Gott, mit Jesus machen können. Alex ist überzeugt: „Der Glaube gehört in die Stadt. Und es ist schön darüber zu sprechen.“AlexOrdination mit UdoFamilie von Krosigk mit Pastor Udo Hermann, Foto: Friedenskirche
So ist z.B. das in Brauschweig ins Leben gerufene Café BRUNS zu einer beleibten Adresse geworden, wo nicht nur ein guter Kaffee, Kuchen und Bagels angeboten werden, sondern Menschen anzutreffen sind, die Gott suchen aber auch Menschen, die Gott bereits gefunden haben. Ganz in der Nähe vom BRUNS ist auch die Dachterrasse des Soldekk. Es hat nicht lange gedauert und es entstanden Beziehungen zu den Geschäftsinhabern von Soldekk. Eine Partnerschaft hat sich entwickelt: Das Café BRUNS bieten auf dem Soldekk einen Cateringservice an. Flammkuchen, Burger und andere Köstlichkeiten kommen dort gut an. Heute sind die Geschäftsinhaber Nico und Frank Gäste beim Ordinationsgottesdienst auf dem Soldekk und sitzen mit Alex, seiner Frau Jenny und den vier Kindern an einem Tisch.
Eine Sitzecke weiter bereitet sich Udo Hermann, der Leiter des Dienstbereichs „Mitarbeiter und Gemeinde“, auf die offizielle Ordinationszeremonie vor. Die Urkunde ist unterschreiben und liegt schon bereit. Er geht nach vorne, an den Platz, wo gerade noch die Band im Sand stand. Der Moment der feierlichen Überreichung der Urkunde ist gekommen. Michael Bendorf und Udo sprechen Dank- und Segensgebete und alle Anwesenden segnen Alex und seine Familie. Danach gibt es noch Kürbissuppe. Die Feier geht weiter. Das Leben und die Geschichte Gottes mit Alex und den Menschen dieser Stadt gehen weiter. Mir drängt sich der Bibelvers aus Lukas 14, 23 auf, wo einem Diener gesagt wird: „Geh zu den Wegen und Zäunen und nötige die Leute hereinzukommen, damit mein Haus voll wird.“ Ich glaube wir haben viele Zäune, nicht nur hier in Brauschweig, an denen Menschen stehen und gerne hereinkommen würden. Wir sollten sie ansprechen.
Autor: Alfred Bamesberger
Fotos: Friedenskirche Braunschweig