Ordination Marcellino Rova Fraga durch Gerd HöhneGerd Höhne / Marcellino Rova Fraga (Foto: Keila Rova Jurado)07.10.2020/JT Vom Klempner zum Pastor: In einem bewegenden, humorvollen Gottesdienst wurde Marcelino Rova Fraga nach seinem Studium als Pastor am 27. September 2020 in der deutsch-spanischen Gemeinde Hannover-Linden ordiniert.

Unter Corona-Bedingungen fand die Ordination im besonderen Kirchenasyl in der Evangelischen St. Martin Gemeinde statt. Pastor i.R. Gert Höhne ordinierte ihn im Auftrag des Bundes und ging mit dem Lied des Sängers Reinhard Mey „Ich bin Klempner von Beruf ...“ auf den Berufswechsel ein.

Marcelino Rova Fraga wuchs in der Gemeinde Hannover-Linden auf und trug von Kindheit an den Wunsch nach einem pastoralen Dienst in sich, genährt auch durch die engagierte Mitarbeit in der Gemeinde. Als er aus gesundheitlichen Gründen seinen erlernten Beruf aufgeben musste, eröffnete sich die Möglichkeit Theologie zu studieren. Dieser Weg, den er mit großer Unterstützung der Gemeinde und seiner Familie ging, fand nun nach dem Kontaktstudium an der Theologischen Fachhochschule in Elstal seinen Abschluss in der feierlichen Ordination. Zwar musste sich das sonst sichere rauschende Fest kulinarischer Köstlichkeiten auf ein Glas Sekt beschränken, aber das tat der herzlichen Atmosphäre keinen Abbruch.
Ein engagiertes Technikteam machte einen perfekten Ablauf sowie die Live-Übertragung auf YouTube möglich. Der zweisprachige Gottesdienst konnte der Lindener Tradition folgend zwar das zeitliche Ziel von 90 Minuten nicht halten, dafür setzte er aber einen besonderen Höhepunkt im durch Corona nach wie vor eingeschränkten Gemeindeleben (einschließlich Glockenläuten).
Gert Höhne betonte in seiner Predigt zu 1. Timotheus 4,16 die Verantwortung des Pastors für sich selbst genauso wie für seine Botschaft. „Ein dreifaches Hoch“ gilt auch dem Handwerk des Pastors, der mit Herz und Freude seinen Dienst versieht.
Die große Wertschätzung des Dienstes und der Person von Marcelino Rova Fraga kam in den Grüßen und Segensgebeten aus der Gemeinde, der Ökumene, der Kollegen und Gäste zum Ausdruck. Jürgen Tischler überbrachte die Grüße des Landesverbandes und der Region Mitte. Er griff in seinem Grußwort das Bild des Klempners auf und wies darauf hin, dass Marcelino nun als Menschenfischer weiterhin mit möglichst viel Wasser zu tun habe. Er freute sich darüber, wie gut die Gemeinde ihren Zusammenhalt mit einer zukunftsweisenden Personalpolitik in den letzten Jahren gestaltet hat.
Die deutsch-spanische Gemeinde in Hannover-Linden besteht zu etwa je 50% aus Deutsch und Spanisch sprechenden Mitgliedern, die eine gemeinsame Gemeindeleitung bilden, aber zwei sprachlich und kulturell differenzierte Gottesdienste anbieten. In der Gemeinde arbeiten als weitere Pastoren Sara und Samuel Holmer. Die Gemeinde hat 223 Mitglieder.



Fotos: Keila Rova Jurado
Bericht: Jürgen Tischler